Die Bergpredigt (Mt. 5-7) ist eine der bekanntesten Bibeltexte. Teile davon tauchen auch im Lukas-Evangelium (Lk. 6,20-49) auf. In der Geschichte der Theologie ist es bis heute umstritten, wie die Bergpredigt auszulegen ist, vor allem, da die konsequente, wortwörtlich verstandene Umsetzung einiger Verse für den Normalsterblichen unmöglich erscheint.

Jesus steigt auf einen Berg und als seine Jünger zu ihm kommen, fängt er an sie zu lehren. Er beginnt mit einem Abschnitt, den wir die Seligpreisungen nennen:

1. Glückselig sind die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.

2. Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

3. Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.

4. Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.

5. Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren.

6. Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

7. Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.

8. Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel.

9. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln, denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

Ich möchte einfach mal 3 Gedanken dazu wiedergeben:

1. Es lohnt sich, für das Gute einzutreten, auch wenn es Nachteile oder sogar Verfolgung bedeutet (oder wie man heute so schön sagt: „Der Ehrliche ist der Dumme“). Es wird nicht ohne Belohnung bleiben.

2. Denen, den es schlecht geht, wird ein Ausgleich gegeben werden. Es wird Gerechtigkeit geben.

3. Das klingt sehr nach Vertröstung (ja, im Himmel wird alles gut). Johannes und Jesus machten aber bereits vorher deutlich, dass das Reich der Himmel „nahe herbeigekommen“ ist, und nicht erst irgendwo nach dem Tod wartet. Gottes Reich ist also genau dort, wo die o.g. Verheißungen in Erfüllung gehen. Wir sind dazu aufgerufen, an Gottes Reich mitzuarbeiten, also dafür zu sorgen, dass Trauernde getröstet werden, dass Barmherzigen Barmherzigkeit widerfährt usw. Oder um es mal plakativ zu sagen: „Du bist Gottes Reich“.