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Kapitel 1 beginnt mit dem Stammbaum von Jesus (V1-17), beginnend bei Abraham über David zu Josef, dem Mann von Maria, der Mutter Jesu. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich um 3×14 Generationen handelt. Anschließend folgt eine Beschreibung der Umstände der Geburt. Maria, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Josef verheiratet ist, wird übernatürlich schwanger („durch den Heiligen Geist“ V. 18), was beide in eine ziemlich unangenehme Situation bringt. Klar, wer glaubt auch so was? Josef hätte sie wohl verlassen, wenn nicht ein Engel höchst persönlich ihn im Traum über die Ursache aufgeklärt hätte. Er erfährt, dass Maria einen Sohn gebären wird, der das Volk von seinen Sünden erretten soll. Und aus diesem Grund soll das Kind den Namen „Jesus“ bekommen, was soviel heißt wie „Gott rettet“.
Kapitel 2: Währenddessen ist eine Gruppe von Sterndeutern aus einem Land im Osten (vermutlich Babylon oder Persien) unterwegs nach Jerusalem, die sogenannten Weisen aus dem Morgenland und später in der katholischen Tradition “Heilige Drei Könige” genannt. Obwohl es laut Matthäus weder “drei”, noch “heilige”, noch “Könige” waren. Sie haben sich auf den weiten Weg gemacht, um den König der Juden, der geboren ist, zu sehen und ihm zu huldigen. “Denn wir haben seinen Stern gesehen“. Heute ist völlig unklar, was dieser Stern gewesen sein könnte. Manche haben ausgerechnet, dass es ein Komet gewesen sein könnte, andere spekulieren über eine Supernova und am bekanntesten ist wohl der Hinweis auf die 3-fache Konjunktion von Jupiter und Saturn im Sternbild „Fische“, was in einschlägigen astrologischen Kreisen ein eindeutiger Hinweis auf einen neuen König in Judäa gewesen sein soll. Wie auch immer, was ich noch viel interessanter finde, ist die Tatsache, dass Gott hier anscheinend Ungläubige, ja wahrscheinlich Okkultisten als erstes über dieses Ereignis informiert und nicht die geistliche Eliten in Jerusalem, die Pharisäer und Schriftgelehrten. Diese können den Sterndeutern zwar den Hinweis auf Bethlehem geben, wo Jesus laut Prophezeiung geboren werden soll. Aber ansonsten scheint es sie nicht weiter zu interessieren. Sterndeuterei war unter Juden ohnehin verpönt und gesetzlich verboten.
Nur einen in Judäa scheint dieses Ereignis zu interessieren: König Herodes, den Großen. Er regiert die Provinz Judäa im Auftrag der Römer und fürchtet jeden möglichen Konkurrenten auf den Thron, so auch diesen ominösen neuen König, mag er auch erst ein Baby sein. Er will die Astrologen dazu benutzen den genauen Aufenthaltsort zu ermitteln. Als diese das Baby finden, fallen sie vor ihm nieder, beten es an und hinterlassen Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mir stellen sich dabei folgende Fragen:
- Was dachten sich eigentlich die Astrologen? Warum interessierten sie sich - als Babylonier oder Perser - für einen neu geborenen König in einer kleinen römischen Provinz namens Judäa? Und was bewog sie dazu vor einem Baby niederzufallen, dessen Regierungszeit sie wahrscheinlich nicht mal erleben werden? Ist doch eigentlich seltsam. Hatten sie vielleicht so etwas wie eine Offenbarung darüber, dass Jesus über die Grenzen von Judäa hinaus Bedeutung haben sollte, ja vielleicht sogar, dass er Gottes Sohn ist? Der Bibeltext schweigt sich hier leider aus.
- Was geschah mit den Geschenken? Ein Kind kann ja mit Gold wenig anfangen. Wurden sie als Andenken aufbewahrt? Oder wurden sie verkauft, um dringend benötigte Nahrung/ Kleidung/ Unterkunft bezahlen zu können?
Die Astrologen jedenfalls ziehen in ihr Land zurück, ohne Herodes Bescheid zu sagen, nachdem sie im Traum davor gewarnt wurden. Auch Josef hat wieder eine Erscheinung im Traum, in der ein Engel ihn auffordert mit dem Baby nach Ägypten zu fliehen. Noch in derselben Nacht brechen sie auf – zu Recht. Denn Herodes – voller Wut über die unkooperativen Astrologen – lässt sämtliche Babys unter zwei Jahren in Bethlehem umbringen. Kurze Zeit später (im Jahre 4 v. u. Z.) stirbt Herodes.
Anders als oft dargestellt, vermute ich, dass die Weisen nicht direkt nach den Hirten, von denen der Evangelist Lukas berichtet, am Stall in Bethlehem eintrafen, sondern wahrscheinlich erst eine oder mehrere Wochen später. Denn in der Erzählung nach Lukas wird Jesus acht Tage nach der Geburt zur Taufe Beschneidung in den Tempel nach Jerusalem gebracht. Dies wäre wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn Herodes bereits von Jesus wissen würde, außerdem scheint es, dass Maria und Josef sofort nach der Abreise der Weisen nach Ägypten geflohen sind, da wäre für einen Abstecher in Jerusalem wenig Zeit gewesen. Im Kirchenjahr ist der 6. Januar der Tag der „Heiligen Drei Könige“, wie sie in der katholischen Tradition genannt werden, also zwei Wochen nach der Geburt. Möglicherweise hatten Maria und Josef inzwischen eine gemütlichere Bleibe gefunden als den Stall. Aber das nur so am Rande.
Josef bekommt in Ägypten wieder zwei Träume, in denen er 1.) darüber informiert wird, dass er wieder nach Israel zurückkehren kann und 2.) dass er nach Galiläa gehen soll. Matthäus berichtet damit also in seiner Version der Weihnachtsgeschichte von fünf Träumen. Über die Kindheit und Jugend von Jesus erfahren wir bei Matthäus nichts weiter.

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